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Sunday, May 29, 2022

Platten: Ob an der Mosel oder am Main: Becker pfeift mit Leidenschaft

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Fußball
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Ob an der Mosel oder am Main: Becker pfeift mit Leidenschaft

Fußball: Langjähriger Schiedsrichter des TuS Platten geht mittlerweile in Franken seinem Hobby nach – Von Höhepunkten und Tiefschlägen.

Seit knapp drei Jahrzehnten ist Christian Becker bereits als Fußballschiedsrichter im Einsatz. Vielen ist er noch aus seiner Zeit als Unparteiischer des TuS Platten bekannt. Zwischen 1992 und 2010 war Becker, der einst in der Jugend selbst kickte und ansonsten ein Faible für Tischtennis hatte, für seinen Heimatverein aktiv. Dann zog er zu seiner damaligen Lebensgefährtin in die Nähe von Schweinfurt in Unterfranken. Hier setzte er seine Laufbahn an der Pfeife fort – und ließ sich auch von einem tätlichen Angriff nicht von seiner Leidenschaft abbringen.

Irgendwie wollte er als 15-Jähriger nahe am Fußball dran sein, berichtet Becker. „Da riet mir mein Vater, es doch mal als Schiri zu versuchen.“ Die Prüfung legte er am 24. Juni 1992 unter dem früheren Bundesligareferee und einst auf internationaler Bühne pfeifenden Trierer Franz-Josef Hontheim ab. Gleich das erste Match hatte es für Becker in sich: Beim F-Jugendspiel in Lüxem stand in den Reihen der Gäste aus Hetzerath/Rivenich Tommy Toppmöller. Am Seitenrand schauten Vater Klaus und Opa Heinrich zu – für den damals wie heute eingefleischten Fan des 1. FC Kaiserslautern war es ein besonderes Erlebnis, vom bis heute erfolgreichsten Bundesligatorschützen des FCK beobachtet zu werden. Über die Jugendklassen kämpfte sich der Plattener nach oben. Gerne erinnert er sich an seine Jahre in der Kreisliga: „Da habe ich als Austausch-Schiri ein Spiel in der A-Klasse Eifel vor 800 Zuschauern geleitet, beim Hunsrückderby zwischen Hundheim und Gonzerath waren es immerhin gut 300.“

Mit Jörg Ehlen aus Lüxem und dem Gonzerather Ralf Schneider war Becker auch bei Rheinlandligaspielen im Gespann im Einsatz, stand auf dem Sprung in die Bezirksliga und brachte sich zudem im Spielkreis Mosel im Schiedsrichterausschuss ein. Vom Zusammenhalt, den besonders der damalige Obmann Arno Görg so gefördert habe, schwärmt Becker noch heute.

Bereits damals überwogen für ihn die positiven Erlebnisse als Schiri eindeutig. Deshalb steckte er auch übelste Beschimpfungen und einen Flaschenwurf im Jahr 2005 weg: Der sogenannte Hoyzer-Skandal färbte auch auf die Dorfsportplätze ab. Vereinzelt wollten sich Spieler, Funktionäre und Zuschauer an den Unparteiischen vor Ort abreagieren und sahen in ihnen ein Feindbild, nachdem bekanntgeworden war, dass der Berliner Schiri Spiele gegen Geld verschoben hatte.

Auch nach dem Umzug 2010 in die Nähe von Schweinfurt am Main ist Becker der Pfeiferei treu geblieben. Hier ist er für den TSV Bergrheinfeld bis hinauf zur Kreisklasse aktiv. „Darunter gibt es noch die A- und B-Klasse. Mehr ist für mich nicht drin, vor allem, weil ich in meinem Job als Lagerist jeden zweiten Samstag arbeiten muss und so nicht zeitlich so flexibel sein kann.“ Ab und an will er zudem auch die Spiele seines 1. FC Kaiserslautern besuchen. Gerade jetzt, im Kampf um die Rückkehr in die 2. Liga fiebert er mit den Roten Teufeln. Dafür spult er auch öfters die rund drei Stunden Fahrzeit auf den Betzenberg ab.

Wochenende für Wochenende in Nordbayern auf verschiedenen Sportplätzen im Einsatz zu sein, genießt er in vollen Zügen: „Auch wenn ich jetzt schon eine ganze Weile hier lebe, lerne ich die Region dann immer noch ein Stück mehr kennen.“ Das Umfeld der Vereine sei fast durch die Bank sehr professionell: „Die Anlagen sind topgepflegt, und viele Clubs verfügen nicht nur über Sportlerheime, sondern sogar über richtige Restaurants.“

Doch auch hier erlebte Becker schon einen Tiefschlag: Im November 2017 wurde er bei einer Begegnung in Bad Kissingen tätlich angegriffen, und er trug eine Rippenprellung davon. Während er 14 Tage krankgeschrieben war, habe er sich schon seine Gedanken gemacht, ob „es das dann wert ist“. Doch er machte weiter und will dies auch noch eine ganze Zeitlang tun. Dass der Ton in den unteren Ligen rauer geworden ist, hat er längst ausgemacht: „Leider dient das, was man da bei den Profis in der Bundesliga sieht, oft nicht gerade als Vorbild …“

Die 30 Jahre als Schiedsrichter macht er nun im Sommer voll. Einige Jahre sollen noch hinzukommen. Und anschließend? „Ich könnte mir vorstellen, als Beobachter tätig zu werden.“ Erzählen könnte der Moselaner, der inzwischen am Main heimisch geworden ist, einiges – von den Reizen der Pfeiferei, und wie man mit Rückschlägen umgeht.


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