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Wednesday, May 25, 2022

Das Luxusreich des sanktionierten Oligarchen: Um diese Yachten, Autos und Villen muss Roman Abramowitsch jetzt bangen

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Roman Abramowitsch.

Roman Abramowitsch war einst der reichste Mann in Russland. Bloomberg schätzt sein Vermögen derzeit auf 13,5 Milliarden Dollar, 4,1 Milliarden Dollar weniger als zu Beginn des Jahres. 2008 war das Vermögen von Abramowitsch mit 23,5 Milliarden Dollar auf seinem Höhepunkt. Der 55-Jährige ist bekannt für eine Sammlung an exklusiven Yachten, luxuriösen Autos, Privatjets und Immobilien. Das „Wall Street Journal“ bezeichnete seine Sammlung einst als “The Roman Empire.”

Der größte Teil von Abramowitschs Vermögen stammt aus Erlösen, die er nach dem Zerfall der Sowjetunion durch den Verkauf russischer Staatsbetriebe erzielte. Er besaß Anteile an Fluggesellschaften sowie an Unternehmen, die Öl und Aluminium produzierten.

Im Jahr 2003 verkaufte er seinen Anteil von 26 Prozent an der russischen Fluggesellschaft Aeroflot an die Zentralbank. Im Jahr 2005 verkaufte er seine 70-prozentige Beteiligung an der russischen Ölgesellschaft Sibneft für fast zehn Milliarden Dollar. Außerdem veräußerte er sein Aluminiumvermögen für mehr als zwei Milliarden Dollar.

Von 2003 bis 2008 war Abramowitsch Gouverneur von Tschukotka, eine abgelegene Provinz im Norden Russlands.

Sibirien in der autonomen Region Tschukotka ist bekannt für das kalte Wetter.

Sibirien in der autonomen Region Tschukotka ist bekannt für das kalte Wetter.

Während seiner Amtszeit investierte Abramowitsch 1,3 Milliarden Dollar seines Privatvermögens in die Region. Das Ölunternehmen Sibneft, das ihm zu fast 70 Prozent gehörte, war in der Region verortet, bis Abramowitsch 2015 seine Anteile an ein staatliches Energieunternehmen verkaufte.

Abramowitsch war dreimal verheiratet und hat sieben Kinder.

Abramowitsch und seine dritte Ehefrau Dasha Zhukova 2014.

Abramowitsch und seine dritte Ehefrau Dasha Zhukova 2014.

Seine letzte Ehe führte der Milliardär mit Dasha Zhukova, gemeinsam haben sie zwei Kinder. Das Paar gründete das Garage Museum of Contemporary Art in Moskau und die New Holland Island Cultural Center in Saint Petersburg. Nach zehn Jahren Ehe ließ sich das Paar 2017 scheiden.

Zuvor war Abramowitsch 16 Jahre mit Irina Malandina verheiratet, mit der er vier Töchter und einen Sohn hat. Als sie sich 2007 trennten, betrug Abramowitschs Vermögen 18,7 Milliarden Dollar. Obwohl die russischen Gesetze den Ehefrauen die Hälfte des Vermögens ihrer Ehemänner garantieren, einigten sich beide auf eine Zahlung von 300 Millionen Dollar, gerade einmal 1,6 Prozent seines Vermögens. Über seine erste Ehe mit Olga Yurevna Lysova ist nicht viel bekannt – nur, dass sie rund drei Jahre hielt, von 1987 bis 1990.

Die Sanktionen des Westens gegen die russischen Oligarchen haben Abramowitsch dazu gebracht, seine Vermögenswerte zu verkaufen.

London, Mai 2017: Abramowitsch feiert den Sieg seines Teams Chelsea gegen Sunderland in der Premier League.

London, Mai 2017: Abramowitsch feiert den Sieg seines Teams Chelsea gegen Sunderland in der Premier League.

In der von Oppositionspolitiker Alexej Navalny veröffentlichten Liste der 35 russischen Oligarchen, die infolge der russischen Invasion sanktioniert werden sollten, tauchte auch der Name Roman Abramowitsch auf, so berichtet „The Guardian“.

Als “großer Fan von Sport und internationalem Fußball” kaufte Abramowitsch 2003 dem damaligen Vorsitzenden Ken Bates den englischen Fußballclub Chelsea FC für stolze 233 Millionen Dollar ab. Im März gab Abramowitsch an, dass er den Verein nun gerne verkaufen würde. “Es ging mir hierbei nie ums Geld oder um irgendwelche Geschäfte, es war immer pure Leidenschaft zum Spiel und zum Verein”, so Abramowitsch. Außerdem gab er an, dass der gesamte Erlös an die Betroffenen des Krieges gespendet werden würden. Laut „Bloomberg“ liege seine preisliche Vorstellung bei 4 Milliarden Dollar. Laut „SkyNews“ soll Abramowitsch Anfang März ein Angebot in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar abgelehnt haben.

Abramowitsch gehört zu den sieben vonseiten Großbritanniens sanktionierten Oligarchen. Er darf also keine Geschäfte und Transaktionen mehr mit britischen Einwohnern und Unternehmen tätigen. Sein Plan, seine Wertanlagen zu verkaufen und sein Vermögen umzuleiten, könnten nun platzen.

Laut Forbes ist Chelsea FC auf Platz sieben der wertvollsten Fußballmannschaften weltweit.

Nach Angaben von „Forbes“ war Chelsea 2021 rund 3,2 Milliarden Dollar wert. Und obwohl weltweit Millionen Fans die Mannschaft ins Herz geschlossen haben, sind viele enttäuscht über die Haltung des Clubs zu den Ereignissen in der Ukraine.

Der Verein veröffentlichte zwar ein Statement, in dem es heißt, “die Situation in der Ukraine ist schrecklich und beängstigend. Der FC Chelsea gedenkt allen Betroffenen in der Ukraine. Jedes einzelne Teammitglied betet für Frieden.” Das Statement wurde jedoch kontrovers diskutiert, da weder Russland noch Vereinsbesitzer Abramowitsch erwähnt wurden. Die Sanktionen gegen den Oligarchen gefährden nämlich auch die finanzielle Zukunft des Vereins. Durch die fehlenden finanziellen Mittel seitens des Milliardärs ist der Verein derzeit etwa bei Auswärtsspielen nur noch auf ein Budget von 26.000 Dollar pro Reise beschränkt.

Nachdem sich die Visumverlängerung in Großbritannien verzögert hatte, erhielt Abramowitsch 2018 die israelische Staatsangehörigkeit.

Abramowitsch bei einem Fußballspiel in Tel Aviv, Israel am 27. Januar 2017.

Abramowitsch bei einem Fußballspiel in Tel Aviv, Israel am 27. Januar 2017.

Als Abramowitsch nach Tel Aviv zog, war er offiziell der reichste Mann in Israel. Laut lokalen Medien zahlte der Milliardär 2020 57 Millionen Dollar für den Bau eines Hotels am Strand in Tel Aviv. Berichten der „The Times of Israel“ zufolge haben inzwischen sogar zahlreiche Israelis, darunter der Vorsitzende des Holocaust Memorial Museums, die USA darum gebeten, Abramowitsch nicht mit Sanktionen zu belegen.

Im Februar verfassten israelische Repräsentanten einen Brief an den US-Botschafter, in dem sie die bisherigen Investitionen des Oligarchen und seine Philanthropie betonten. Der Vorsitzende des Museums erzählte der „Washington Post“, dass Abramowitsch der zweitgrößte Spender sei.

Berichten zufolge hat es Abramowitsch auch beim Verkauf seiner Immobilien in London eilig.

Der Eingang in die Kensington Palace Gardens in London, auch bekannt als „Milliardärsreihe“.

Der Eingang in die Kensington Palace Gardens in London, auch bekannt als „Milliardärsreihe“.

Laut Berichten des „Guardians“ besitzt der Milliardär Immobilien auf der ganzen Welt, darunter auch ein 118,4 Millionen Dollar teures Anwesen in den Kensington Palace Gardens in London. Die Gegend wird auch als die “Milliardärsreihe” bezeichnet.

Der Abgeordnete der Labour-Partei Chris Bryant sagte zu „Bloomberg“: “Er [Abramowitsch] hat so große Angst vor den Sanktionen, dass er schon morgen sein Haus verkaufen wird, für die nächste Woche steht der Verkauf einer anderen Wohnung an.”

Außerdem gehört Abramowitsch zu den Milliardären, die ein Anwesen am Eaton Square besitzen, eine Gartensiedlung, die wegen der Vielzahl an russischen Eigentümern auch „der Rote Platz“ genannt wird.

Abramowitsch investierte bereits Millionen Dollar in exklusive Immobilien in New York.

Google-Maps-Ansicht auf die Wohnhäuser des Oligarchen in New York.

Google-Maps-Ansicht auf die Wohnhäuser des Oligarchen in New York.

Insgesamt zahlte Abramowitsch 96 Millionen Dollar für vier Wohnhäuser in der Upper East Side in New York. Die Pläne, die Gebäude in eine Großvilla umzuwandeln, standen bereits. Außerdem kaufte er weitere Immobilien in unmittelbarer Nähe. Nach seiner Trennung 2018 wurde seine dritte Ehefrau Zhukova dann die neue Eigentümerin von vier der fünf Immobilien. Die Übergabe der Immobilien mit einem Gesamtwert von 92 Millionen Dollar war Teil der Scheidungsvereinbarung zwischen dem Paar.

Abramowitsch soll auch eine Immobilie in Antibes, an der Côte d’Azur besitzen.

Laut den Berichten von „Bloomberg“ soll Abramowitsch 2001 den Chatreau de la Croe gekauft haben. Die Villa hat einen Ausblick direkt auf das Mittelmeer. Ein Gericht in Frankreich fand 2018 heraus, dass Abramowitsch in den Jahren 2006 und 2007 nicht die richtige Summe an Vermögenssteuern gezahlt hat.

Laut Berichten des „Wall Street Journals“ soll Abramowitsch 2009 eine 90 Millionen Dollar teure Immobilie auf der karibischen Insel St. Bart gekauft haben.

Die karibische Insel St. Bart.

Die karibische Insel St. Bart.

Auf dem ca. 28 Hektar großen Anwesen befinden sich Bungalows, Tennisplätze, Pools und Musikpavillons, geht einem Bericht des „Wall Street Journals“ aus dem Jahr 2009 hervor.

Immobilien scheinen jedoch nicht die einzige Wertanlage des Oligarchen zu sein. Abramowitsch soll bis dato Millionen für Yachten ausgegeben haben.

Die Superyacht Pelorus in Portugal.

Die Superyacht Pelorus in Portugal.

Als Abramowitsch 2004 die Superyacht Pelorus kaufte, war sie laut „Yacht Harbour“ die elftgrößte Yacht der Welt. Inzwischen ist seine zweite Ehefrau Maladina die Eigentümerin, sie bekam die Yacht als Teil der Scheidungsvereinbarung.

Bevor Abramowitsch am 10. März von den Sanktionen getroffen wurde, hieß es, dass seine Superyacht Solaris den Hafen von Barcelona verließ. Die 600-Millionen-Yacht stand seit 2021 für Reparaturarbeiten am spanischen Hafen, bevor sie am 8. März losfuhr. Am 12. März wurde die Superyacht dann am Hafen in Montenegro gesichtet.

Über 500 Millionen Dollar für die Superyacht Eclipse.

Die Superyacht Eclipse des russischen Oligarchen.

Die Superyacht Eclipse des russischen Oligarchen.

Die knapp 126 Meter lange Eclipse war bis 2013 die größte Yacht der Welt, sie wurde dann von der knapp 180 Meter langen Azzam überholt. Sechs Jahre später wurde dann die REV Ocean mit fast 183 Metern gebaut. Zur Ausstattung der Eclipse gehören unter anderem zwei Helikopterlandeplätze, Zimmer für 36 Gäste, genug Platz für 70 Mitarbeiter und ein 15 Meter langer Pool. Das Highlight: ein Raketenortungssystem.

Der „Guardian“ berichtete im Februar, dass die Superyacht im letzten Jahr für Reparaturarbeiten an der Küste in Barcelona stand. Die Eclipse soll sich laut „MarineTraffic“ zusammen mit der Solaris in Richtung Mittelmeer begeben. Abramowitsch soll bis jetzt drei weitere Yachten gehabt haben, unter anderem die Le Grand Bleu.

Neben Immobilien und Yachten gehört auch eine Autosammlung.

Der Bugatti Veyron.

Der Bugatti Veyron.

Abramowitsch soll insgesamt mehr als elf Millionen Dollar für Luxusautos ausgegeben haben. Unter anderem besitzt er ein Ferrari FXX, von dem es weltweit nur 29 Stück gibt. Außerdem Teil seiner Sammlung: ein Pagani Zonda Roadster, von dem es nur 15 Exemplare gibt. Ein Bugatti Veyron, ein Mercedes-AMG GT3 und ein Aston Martin Vulcan gehören auch dazu.

Abramowitsch ist außerdem stolzer Besitzer einiger Flugzeuge, darunter eine Boeing 767-33AER.

Rotterdam, 2007. Die Boeing 767 vom Milliardären Abramowitsch.

Rotterdam, 2007. Die Boeing 767 vom Milliardären Abramowitsch.

Zu der Innenausstattung des Fliegers gehört ein Bankett für 30 Personen, eine Küche, ein Büro und ein Schlafzimmer. Zuvor gehörte auch die Dessault Falcon 900 zu Abramowitschs Flotte, laut „Boss Hunting“ bekam sie Ex-Frau Irina Malandina 2007 nach der Scheidung.

Am 14. März wurde der 65 Millionen Dollar schwere Gulfstream Privatjet in Istanbul gesichtet. Abramowitsch selbst wurde zuvor in der VIP-Lounge in Israel gesehen, bevor der Flieger Richtung Istanbul abhob.

Die private Kunstsammlung von Abramowitsch beinhaltet Werke von Pablo Picasso, Lucian Freud und Francis Bacon.

"Benefits Supervisor Sleeping" von Freud hier in London.

“Benefits Supervisor Sleeping” von Freud hier in London.

Der Oligarch erwarb 2008 für 34 Millionen Dollar das Kunstwerk “Benefits Supervisor Sleeping” von Freud. Schon am nächsten Abend zahlte er bei einer Versteigerung im Sotheby’s 86,3 Millionen Dollar für “Triptych, 1976” von Francis Bacon, berichtet das „Wall Street Journal“.

Doch die Kunstsammlung könnte schon bald in andere Hände gelangen. Eine Vielzahl an Länder ist dabei, das Vermögen der russischen Oligarchen einzufrieren. Dabei könnten auch die Kunstwerke für ihn unzugänglich gemacht werden.

Dieser Artikel wurde von Meltem Sertatas aus dem Englischen übersetzt. Den Originaltext findet ihr hier.

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